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  • DIN EN 1504-2
  • Polyurethan
  • Parkdeck
  • rissüberbrückend

OS 11 Beschichtungfür Parkdecks und Rampen.

Ein Parkdeck unter freiem Himmel bewegt sich. Frost, Sonne und Verkehrslast öffnen und schließen Risse, und durch jeden offenen Riss läuft Salzwasser in den Beton. Eine starre Beschichtung reißt dabei mit. Rissüberbrückende Oberflächenschutzsysteme nach OS 11a und OS 11b folgen der Bewegung, dichten die Fläche ab und bleiben befahrbar. Wir planen und beschichten Parkdecks, Rampen und Zwischendecks mit Sitz in München.

01Betonuntergrund mit Riss02Grundierung03Schwimmschicht, rissüberbrückend04Verschleißschicht, abgestreut05Deckversiegelung
Abb. — Schnitt Systemaufbau OS 11a, schematisch

(01) Eckdaten

Technische Eckdaten.

Richtwerte – der konkrete Aufbau richtet sich nach Untergrund, Belastung und Herstellerzulassung.

Basis
Polyurethan
Rissüberbrückung
dynamisch
Rutschhemmung
bis R13
  • Parkdecks
  • Rampen
  • Hofkellerdecken

(02) Fachwissen


Was sind OS 11a und OS 11b?

Oberflächenschutzsysteme sind nach DIN EN 1504-2 in Verbindung mit DIN V 18026 und der DAfStb-Instandhaltungs-Richtlinie beziehungsweise der TR Instandhaltung klassifiziert. OS 11 steht für Beschichtungen mit erhöhter dynamischer Rissüberbrückungsfähigkeit auf frei bewitterten, begeh- und befahrbaren Flächen. Als Bindemittel dienen Polyurethan oder Kombinationen aus Polyurethan und Epoxidharz. Die Schicht dehnt sich mit, wenn Temperatur und Verkehr den Riss arbeiten lassen, und hält Wasser und Chloride draußen.

OS 11a: zwei­schichtig

Auf der Grundierung liegt eine elastische Schwimmschicht. Sie übernimmt die Rissüberbrückung. Darüber folgt eine verschleißfeste, abgestreute Deckschicht, die Reifen und Räumgeräte abfängt.

OS 11b: einschichtig

Hier erledigt eine einzige abgestreute Schicht beides, Rissüberbrückung und Verschleißschutz. Der Aufbau ist schlanker. Welches System wir einsetzen, entscheiden Belastung, Untergrund und Herstellerzulassung.


Wann OS 11 statt OS 8?

Sobald ein Bauteil Risse mit Bewegung hat oder frei bewittert ist, kommt OS 8 nicht mehr in Frage. Das betrifft das offene Parkdeck ebenso wie eine Zwischendecke über genutzten Räumen. OS 8 ist starr und für die geschützte Bodenplatte einer Tiefgarage gedacht.

Genau diese Verwechslung sehen wir auf Decks, die zuvor von anderer Seite beschichtet wurden: ein starres Epoxidsystem auf einer rissgefährdeten Decke. Nach dem ersten Winter zeichnen sich die Risse in der Beschichtung ab, Wasser dringt ein, und die Fläche muss neu gemacht werden. Das falsche System für die Belastung lässt sich nicht nachträglich reparieren.

OS 10 ist ein Abdichtungssystem mit Schutzschicht. Es kommt zum Einsatz, wenn eine echte Bauwerksabdichtung gefordert ist, etwa über bewohnten oder empfindlich genutzten Räumen. Die Übersicht:

  • OS 8: starr, Tiefgaragen-Bodenplatte, geschützt, ohne Rissbewegung
  • OS 11a: zweischichtig, rissüberbrückend, frei bewittert, hohe Beanspruchung
  • OS 11b: einschichtig, rissüberbrückend, frei bewittert
  • OS 10: hoch rissüberbrückende Abdichtung, zum Beispiel mit PMMA, wenn darunter Räume trocken bleiben müssen

Chlorid­schutz für Parkbauten

Tausalz ist der Hauptgrund für Schäden in Parkhäusern. Die Chloride wandern über Risse und Oberfläche bis zur Bewehrung und lassen sie rosten, lange bevor Abplatzungen sichtbar werden. Das DBV-Merkblatt „Parkhäuser und Tiefgaragen“ beschreibt, wie befahrene Flächen geplant und geschützt werden sollten.

Bei älteren Parkhäusern, die viele Winter ohne intakten Oberflächenschutz hinter sich haben, gehen wir von einer Chloridbelastung aus, bis das Gegenteil gemessen ist. Chloridprofile und Bewehrungsortung durch einen Sachkundigen Planer schaffen Klarheit. Stark belasteter Beton wird zuerst instand gesetzt.

Erst dann beschichten wir.


Untergrund­vorbereitung

Zementschlämme, Altbeschichtungen und Verschmutzungen entfernen wir mit Kugelstrahler, Fräse oder Diamantschleifer aus dem eigenen Maschinenpark. Für OS-Systeme soll die Haftzugfestigkeit mindestens 1,5 N/mm² betragen. Wir messen sie vor Ort, die Restfeuchte ebenso.

Jeder Riss wird vorher angesehen. Breite und Bewegung entscheiden, ob er aufgeweitet und gefüllt oder vom System überbrückt wird. Fugen, Aufkantungen und Abläufe bekommen eine eigene Detailausbildung, weil dort das meiste Wasser eindringt.


Verarbeitung im Freien

Auf dem offenen Deck bestimmt das Wetter den Takt. Der Untergrund muss trocken sein, die Temperatur innerhalb der Herstellervorgaben und mindestens 3 °C über dem Taupunkt liegen. Regen während der Aushärtung hinterlässt Oberflächenstörungen und Blasen. Wir planen deshalb mit Wetterpuffer und bevorzugt zwischen Frühjahr und Herbst.

Befahrbar ist die Fläche nach ein bis drei Tagen, voll belastbar nach etwa einer Woche.

Während der Arbeit kontrollieren wir die Schichtdicken laufend. Die Rissüberbrückung eines OS 11 Systems gilt nur bei der vom Hersteller geprüften Mindestschichtdicke, und eine zu dünn aufgezogene Schwimmschicht ist eine der bekannten Ursachen für spätere Risse in der Beschichtung.


Rutsch­hemmung, Gefälle und Markierung

Abgestreut wird mit feuergetrocknetem Quarzsand, auf Fahrflächen in der Regel mit 0,3 bis 0,8 mm Körnung. Auf Rampen und in Kurven, wo Quarz mit der Zeit rundgefahren wird, setzen wir das härtere Siliciumcarbid ein. Für Rampen sind abhängig von Neigung und Nutzung Bewertungsgruppen bis R12 oder R13 nach DGUV Regel 108-003 und ASR A1.5 üblich, auf Fahrflächen R11. Grobe Abstreuung greift besser, macht aber mehr Arbeit beim Reinigen.

Beim Gefälle sehen wir auf Parkdecks die meisten vermeidbaren Schäden. Wurde der Beton ohne fachgerechtes Gefälle hergestellt, bleibt nach jedem Regen Wasser in Mulden stehen, im Winter mit Salz angereichert und bei Frost als Eisfläche. Eine Beschichtung ändert daran nichts. Solche Senken gleichen wir vor dem Beschichten mit Gefällemörtel aus oder schaffen zusätzliche Abläufe. Die Markierung von Stellplätzen und Fahrwegen folgt zum Schluss mit abriebfesten Markierungsmaterialien.


Wartung und typische Schäden

Einmal im Jahr, am besten nach dem Winter, sollte das Deck gereinigt und abgegangen werden. Wir finden dann Verschleiß in Kurven und auf Rampen, Kratzer von Schneeräumgeräten, undichte Anschlüsse an Abläufen und Blasen über feuchtem Untergrund. Kleine Schäden reparieren wir lokal und fachgerecht, nicht mit einer weiteren Schicht über der Schadstelle.

Den Auftrag beginnen wir mit Besichtigung und Untergrundprüfung. Das Angebot steht zum Festpreis, gearbeitet wird in Abschnitten, und am Ende dokumentieren wir Systemaufbau und Prüfwerte.


(03) Fragen

Häufige Fragen zu OS 11a / 11b.

Was ist der Unterschied zwischen OS 11a und OS 11b?

OS 11a hat zwei Schichten: Eine elastische Schwimmschicht überbrückt die Risse, eine abgestreute Deckschicht trägt den Verschleiß. Bei OS 11b übernimmt eine Schicht beide Aufgaben. Die Wahl richtet sich nach Belastung, Untergrund und Herstellerzulassung.

Was kostet eine Parkhaus­beschichtung?

Kostentreiber sind Fläche, Zustand des Betons, Umfang der Betoninstandsetzung, System, Anteil an Details und Markierung. Wetterrisiko und abschnittsweise Ausführung kommen hinzu. Einen Festpreis nennen wir nach Besichtigung und Untergrundprüfung.

Wie lange hält eine OS 11 Beschichtung?

Fachgerecht ausgeführt und regelmäßig gewartet, hält sie viele Jahre. Rampen und Kurven verschleißen schneller und brauchen unter Umständen früher eine neue Deckschicht. Wer jährlich kontrolliert, verlängert die Nutzungsdauer deutlich.

Kann ein Parkdeck im Winter beschichtet werden?

Nein. Die Systeme brauchen Mindesttemperaturen und einen trockenen Untergrund, deshalb legen wir die Arbeiten zwischen Frühjahr und Herbst. Den Winter nutzen wir für Besichtigung, Untergrundprüfung und Planung.

Müssen Risse vor der Beschichtung saniert werden?

Kleinere Risse überbrückt das System im Rahmen seiner Leistungsfähigkeit. Größere oder aktive Risse behandeln wir vorab, Bauteilfugen bekommen eine eigene Fugenausbildung. Maßgeblich sind Rissbreite, Bewegung und Ursache.

Brauche ich für ein Parkdeck einen Planer?

Bei umfangreicher Instandsetzung von Stahlbeton sieht die TR Instandhaltung einen sachkundigen Planer vor. Geht es nur um eine neue Beschichtung auf intaktem Beton, ist der Aufwand geringer. Nach der Besichtigung sagen wir Ihnen, was Ihr Deck braucht.

Ist OS 11 auch für Hofkellerdecken geeignet?

Ja, befahrbare Hofkellerdecken und Zwischendecken mit Rissbildung sind klassische Flächen für rissüberbrückende Systeme. Liegen genutzte Räume darunter und wird eine echte Abdichtung gefordert, kann OS 10 oder eine Bauwerksabdichtung nötig sein. Das klären wir anhand von Bauteil, Nutzung und Planung.

Bleibt das Parkhaus während der Arbeiten geöffnet?

Ja. Gesperrt wird nur der Abschnitt, in dem wir arbeiten. Verkehrsführung und Zeiten stimmen wir mit Ihnen ab, damit ein Großteil der Stellplätze nutzbar bleibt.

(04) Weitere Systeme

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