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  • Lebensmittelbetrieb

PU-Zement-Beschichtungfür Küchen und Lebens­mittel­betriebe.

Ein Boden in der Lebensmittelverarbeitung hat es schwer. Morgens kippt jemand heißes Wasser aus dem Kessel, mittags läuft Molke oder Fruchtsaft über die Fläche, abends wird mit Dampf und scharfem Reiniger gesäubert. Dazu kommen Hubwagen und schwere Rollwagen. Eine dünne Versiegelung hält das nicht lange aus. Für solche Flächen setzen wir PU-Zement ein, einen Bodenbelag aus Polyurethan und Zement, der als Mörtelschicht aufgebracht wird.

04Hohlkehle zur Wand02Grundierung03PU-Zement, Gefälle zur Rinne01Betonuntergrund, gefräst05Verankerungsnut am Rinnenrand06Edelstahlrinne, eingebunden
Abb. — Schnitt PU-Zement mit Hohlkehle und Rinne, schematisch

(01) Eckdaten

Technische Eckdaten.

Richtwerte – der konkrete Aufbau richtet sich nach Untergrund, Belastung und Herstellerzulassung.

Basis
Polyurethan-Zement
Belastung
Heißwasser, Säuren, Fette
Rutschhemmung
R11 – R13 mit V
  • Großküchen & Kantinen
  • Molkereien & Getränke
  • Fleischverarbeitung
  • Kühl- und Tiefkühlräume

(02) Fachwissen


Was ist PU-Zement?

PU-Zement, auch PU-Beton oder Polyurethan-Zement genannt, ist ein Hybrid. Ein Polyurethan-Bindemittel reagiert zusammen mit Zement und mineralischen Füllstoffen zu einem dichten, sehr festen Belag. Vom Zement erbt das Material seine Robustheit und sein Verhalten bei Wärme, vom Polyurethan die Dichtheit und die chemische Beständigkeit.

Aufgetragen wird PU-Zement als Mörtel- oder Estrichschicht, deutlich dicker als eine Versiegelung oder eine dünne Beschichtung. Diese Masse macht den Unterschied, wenn Temperatur und Last gleichzeitig auf den Boden wirken.


Thermoschock, Säuren und Fette: wofür PU-Zement gemacht ist

Reines Epoxid wird bei schnellem Temperaturwechsel spröde und kann sich vom Beton lösen. PU-Zement verträgt heißes Wasser, Dampfreinigung und Heißwasser-Hochdruck, auch im Wechsel mit kaltem Spülwasser. In Kühl- und Tiefkühlräumen bleibt er belastbar.

Chemisch beständig

Organische Säuren wie Milchsäure und Fruchtsäuren greifen Beton und viele Harzbeschichtungen an. PU-Zement hält ihnen stand, ebenso Fetten, Ölen, Laugen und den Reinigungsmitteln, die in Küchen und Produktion täglich eingesetzt werden.

Mechanisch belastbar

Hubwagen, schwere Rollwagen und herabfallende Behälter hinterlassen auf einer dünnen Schicht schnell Schäden. Die dicke Mörtelschicht nimmt Punktlasten und Stöße auf, ohne zu brechen.


Einsatz­bereiche in Küche und Lebens­mittel­produktion

Überall, wo Lebensmittel verarbeitet, gekühlt oder gespült werden und der Boden dabei nass wird, ist PU-Zement die passende Wahl. In trockenen Lagerhallen ohne Temperaturwechsel reicht dagegen eine Epoxidbeschichtung, wie wir sie beim Industrieboden einsetzen.

  • Großküchen, Kantinen und Spülküchen
  • Molkereien und Käsereien
  • Fleischverarbeitung und Schlachtbetriebe
  • Getränkeabfüllung und Brauereien
  • Bäckereien und Konditoreien
  • Kühl- und Tiefkühlräume
  • Nassbereiche in der Pharmaproduktion

Hygiene: fugenlos, mit Hohlkehle und eingebundenen Rinnen

Wo Fliesenfugen auswaschen, setzt sich Schmutz fest. Ein PU-Zement-Boden ist fugenlos. Am Wandanschluss ziehen wir den Belag als Hohlkehle hoch, damit in der Ecke kein Winkel bleibt, in dem sich Reste sammeln.

Edelstahlrinnen und Bodenabläufe binden wir dicht ein. Rohrdurchführungen, Gerätesockel und Anschlüsse an Türzargen führen wir so aus, dass keine offene Kante bleibt. Gerade an diesen Details entscheidet sich, ob ein Boden sauber bleibt, denn an jedem undichten Übergang dringt sonst Wasser unter die Schicht.

So entsteht eine Fläche, die eine HACCP-gerechte Reinigung ermöglicht. Das Hygienekonzept und seine Prüfung bleiben Sache Ihres Betriebs, der Boden schafft dafür die Voraussetzung.


Warum stehen Pfützen auf dem Boden?

Weil der Beton darunter kein fachgerechtes Gefälle hat. Das ist einer der Schäden, die wir in Küchen und Produktionsräumen am häufigsten antreffen. Das Wasser läuft nicht zum Ablauf, bleibt in Mulden stehen und wird zum Hygieneproblem.

Eine neue Beschichtung allein ändert daran nichts. Vor dem Angebot prüfen wir deshalb das Gefälle zu den Abläufen. Fehlt es, stellen wir es mit einem Gefälleestrich oder mit dem PU-Zement-Mörtel selbst her, bevor die Nutzschicht kommt.


Rutsch­hemmung nach DGUV Regel 108-003

Nasse, fettige Böden sind in Lebensmittelbetrieben ein Unfallrisiko. PU-Zement lässt sich mit unterschiedlicher Oberflächenstruktur ausführen, von R11 bis R13. Wo viel Fett oder Abfall auf den Boden fällt, kommt ein Verdrängungsraum von V4 bis V10 dazu, der Flüssigkeit und Reste unter der Lauffläche aufnimmt. Welche Klasse ein Raum braucht, legt die DGUV Regel 108-003 je nach Bereich fest.

Eine gröbere Struktur rutscht weniger, ist aber aufwendiger zu reinigen. Diese Abwägung treffen wir mit Ihnen für jeden Raum einzeln.


Untergrund und Ausführung im laufenden Betrieb

PU-Zement verlangt einen festen, offenporigen Untergrund. Wir fräsen oder kugelstrahlen den Beton mit eigenen Maschinen, messen die Haftzugfestigkeit und entfernen alte Beläge, die nicht mehr sicher haften. An Rändern, Abläufen, Türschwellen und Arbeitsfugen schneiden wir Verankerungsnuten ein. In ihnen greift der Belag in den Beton und kann sich an den Kanten nicht lösen.

Viele Küchen und Betriebe können nicht wochenlang schließen. Wir arbeiten deshalb abschnittsweise und planen Kurzsperrungen gemeinsam mit Ihnen, etwa über ein Wochenende oder in Betriebsferien. Der Geruch während der Verarbeitung ist gering.

Bei Schäden an einem bestehenden Boden raten wir davon ab, die Stelle nur zu überbeschichten. Ohne Sanierung des Untergrunds kommt der Schaden wieder. Mehr dazu auf der Seite zur Betoninstandsetzung.


(03) Fragen

Häufige Fragen zu PU-Zement.

Was ist der Unterschied zwischen PU-Zement und Epoxid?

PU-Zement wird als dicke Mörtelschicht eingebaut und verträgt heißes Wasser, Dampf und schnelle Temperaturwechsel. Epoxid ist dünner und wird bei Thermoschock eher spröde. Für trockene Lager- und Produktionsflächen ist Epoxid eine gute Wahl, für Küchen und Nassbereiche PU-Zement.

Ist PU-Zement für Kühlräume geeignet?

Ja. Der Belag bleibt auch in Kühl- und Tiefkühlräumen belastbar und verträgt den Wechsel zwischen Kälte und Reinigung mit warmem Wasser. Bei Tiefkühlräumen klären wir vorab, ob der Raum für die Arbeiten abgetaut und auf Verarbeitungstemperatur gebracht werden kann.

Welche Rutsch­hemmung ist in einer Großküche nötig?

Das legt die DGUV Regel 108-003 je nach Bereich fest. Für Küchen und Verarbeitungsräume sind Klassen zwischen R11 und R13 vorgesehen, an vielen Stellen mit Verdrängungsraum von V4 bis V10.

Ist ein PU-Zement-Boden HACCP-gerecht?

Der fugenlose Belag mit Hohlkehle und dicht eingebundenen Abläufen ermöglicht eine HACCP-gerechte Reinigung. Die Zertifizierung Ihres Hygienekonzepts übernimmt der Boden nicht, er schafft aber die baulichen Voraussetzungen dafür.

Muss der Betrieb während der Arbeiten schließen?

Nicht zwingend komplett. Wir arbeiten abschnittsweise und stimmen Sperrzeiten mit Ihnen ab, damit ein Teil der Küche oder Produktion weiterlaufen kann.

Was tun, wenn Wasser auf dem Boden stehen bleibt?

Dann fehlt ein fachgerechtes Gefälle im Untergrund. Wir prüfen die Fläche und stellen das Gefälle zu den Abläufen vor der Beschichtung her. Eine neue Schicht auf dem alten Gefälle löst das Problem nicht.

(04) Weitere Systeme

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